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Wie im letzen so auch in diesem Jahr Anreise nach Raja Ampat via Flug Manado – Sorong. Dieses Mal wirklich ohne Probleme, nicht einmal Übergepäck mussten wir bezahlen und das bei 25Kg pro Person und wir hatten 80Kg Smile  insgesamt, das nennt sich eine taucherfreundliche Fluggesellschaft (Lion Air).

Dann war es schon wie ein bisschen nach Hause gekommen, als wir auf der Paradise Dancer eingetroffen sind. Eigentlich heißt die  Paradise Dancer  Dewi Nusantara und ist ein ganz außergewöhnliches Schiff, 57m lang,  12m breit mit jeder Menge Platz, aber das Beste wie auch letztes Mal hatten wir die Master Cabine – nur kurz einige Highlights – so breit das Schiff hinten ist so breit ist die Kabine. 7 Fenster hinten raus, Panoramasicht. Dusche für min. 4 Personen (aber wir waren ja nur zu zweit). Jacuzzi, Sitzecke mit Polster ohne Ende, Clubtisch, es fehlt an nix. Kaum angekommen, unser Flug war diesmal der letzte der angekommen ist,  hat Trip Director Wendy zur Schiffseinführung gegongt – auf einem Schiff gibt die Schiffsglocke den Takt an! Briefing nennt sich das und ein Briefing heisst Briefing weil es kurz sein soll. Nicht so bei Wendy – jede Einzelheit wurde ausführlich beschrieben und mit vielen Beispielen geschmückt. Das  ist der Unterschied zu einem Mann. Bei Garry hat die Einführung nur 1/3 der Zeit in Anspruch genommen. Aber wie auch immer, am Ende des Briefings waren wir mit den Schiff vertraut, auch die üblichen Sicherheits- und Rettungsmassnahmen wurden durchgenommen und wir waren startklar.

Paradise DancerParadise Dancer 2010-4

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Darüber hinaus waren viele bekannte Gesichter unter der Crew und es war schön sie alle wiederzusehen. Clair Holmen war wieder mit von der Partie, aber auch der Divemaster, der Koch, der Kapitän und viele weitere Crewmitglieder waren dieselben wie vor einem Jahr.

Die Gäste auch dieses Mal gut gemischt. Wir waren die einzigen Deutsch sprechenden und damit war für Abwechslung und Gesprächsstoff gesorgt …Ein belgisches Paar, 2 Ukrainer, sehr nett sehr zurückhaltend. Die restlichen Mitstreiter waren Amis und ein Kanadier. Christa war zusammen mit Claudia de Luna (welch ein Name!) die Jüngste, Remo war mit seinen 50 Jahren in der Mitte, einige waren offenbart knapp 70 und immer noch gut erhalten und tauchfit.

Dieses Mal haben wir die Tour anders rum gemacht, da ein Pärchen den Flieger verpasst hat- wir sind den ersten Tauchtag in der Nähe von Sorong geblieben, damit wir die Nachzügler aufnehmen konnten. Die beiden wurden gegen Nachmittag mit einem Wassertaxi aufs Boot gebracht. Muss nicht sehr angenehm gewesen sein, allein wenn ich an daran denke, wie wir in dem großen Boot beim Überqueren der Dampier Street (Meeresstrasse zwischen West Papua und der Insel Waigeo) durchgeschaukelt wurden. Aber ab da war es nahezu spiegelglatt See, nur unterbrochen von den riesigen und starken Strömungen die es in Raja Ampat gibt und die man sehr gut schon von weitem auf der Oberfläche erkennen kann. Entspanntes Gleiten durch eine wunderschöne grüne Insellandschaft sozusagen im Nirgendwo.

Alles in allem wieder eine gelungene Tour. Auf unserer Liste der “moste wanted” Viecher konnten wir wieder 2 “Sonderfälle abhaken” denen wir als Makrofans schon lange nachgelaufen sind. Bluering Octopus wunderschön zum anschauen und eines der giftigsten Tiere unter Wasser und die Harkelin Garnele. Wunderschöne Muster auf großen Zangen mit denen er den Seesternen die Arme abkneift und verspeist (aua).

Links der Blauring Oktopus – schön geärgert, damit er seine strahlenden blauen Ringe zeigt. Links die Harlekingarnele, ein größeres Exemplar dieser Gattung! War wirklich ungewöhnlich groß, sicherlich um die 8 – 10 cm.  Etwa die gleiche Größe wie der Blauring Oktopus.

BlueringHarlekingarnele

Aber nun der Reihe nach: Zimmerbezug wie gehabt, wir wussten noch vom letzten Jahr wo alles war. Das verstauen der sieben Sachen ging schnell und klappte gut. Kamera zusammengebaut. Tauchequipment zusammengestellt und ab zum Abendessen. Indonesisches Buffet war zum Willkommen angesagt. Sehr vielfältig und reichhaltig – und geschmeckt hat es natürlich auch! Das Essen auf dem Schiff war wieder große Klasse. Frühstück mit Marmite und Nudeln mit Ei und Sojasosse (Mi Goreng) oder was immer man sonst wollte …. Mittagessen indonesisches Buffet zum selber aussuchen, unser Favorit,  und am Abend wurde  immer serviert. Meistens asiatisch europäisch, amerikanisch. Dank des schönen Wetters konnten wir fast immer draußen auf dem Großen Deck essen und den sternenvollen Nachthimmel als Zugabe genießen.

Paradise Dancer 2010-10Insgesamt war uns das Wetter während der 11 Tage gut gesonnen. Es gab zwar die in dieser Gegend üblichen Regenschauer, die sehr plötzlich kommen, hin und wieder mit richtig viel Wind begleitet sind aber dann auch wieder verschwinden. Insgesamt nur einen eher verregneten Tag, die restliche Zeit hat die Sonne die Schlacht gewonnen Smile . Manchmal gab es auch richtigen Mix-Mix.

So sind wir dann zu unserem ersten Ziel, den Tauchplätzen rund um diParadise Dancer 2010-8e Insel Waigeo aufgebrochen. Das nördliche Ende der Insel liegt ziemlich nahe am Äquator, und so gab es nach dem Mittagessen dann das Erlebnis der besonderen  Art – eine Äquatorüberquerung. Die obligatorische Äquatortaufe blieb uns Gott sei Dank erspart, aber der Kapitän hat nicht mit dem Schiffshorn gespart. Es war deutlich zu hören sobald wir angekommen waren.

Ebenfalls in der Gegend von Waigeo liegt die Aljui Perlenfarm. Wir haben dort eine Nacht (Nachttauchgang am Pier) und einen ganzen Tauchtag verbracht und dabei royale Gesellschaft erhalten. Ein zweites Liveaboard mit Prinz Albert von Monaco an Bord ist “unseren” Spuren gefolgt. Da kann man mal sehen …. und übrigens das Tauchen in dieser abgeschotteten Umgebung rund um die Perlenfarm ist super und sehr “reichhaltig”. Wir wären gerne länger geblieben.

FächerWie überhaupt das ganze Gebiet reichhaltig ist, es gibt nirgendwo auf der Welt eine ähnlich große Artenvielfalt. Von Groß bis klein, von Fisch bis Critters kann man alles zu sehen bekommen, die Riffe sind gesund und große Gorgonien (bis zu 1 m im Durchmesser) und Fächerkorallen stehen dicht an dicht. Sehr gute Sichtweiten sind aufgrund des nährreichen Wassers aber eher selten. Uns stört das weniger, da wir auf der Suchen nach den kleinen Schönheiten sind.

Zwar gab es diesmal eine spezielle “Weitwinkelschule” für Anfänger, durch unseren Diveguide Yann. Er hat nicht geruht und gegen die stärksten Strömungen gekämpft und gepaddelt, bis Remo in der richtigen Position war und das Foto so ausgesehen hat, wie es aussehen soll.

Hier ein paar Aufnahmen rund um die Boo Windows: so benannt wegen der Fenster (Durchbrüche) die sich unter der Wasseroberfläche befinden. Mit diesen Aufnahmen war Yann fürs erste zufrieden Smile

Boo Windows-4Boo Windows-2

Boo Windows-3Rotfeuerfisch

Besonderheit in dieser Gegend ist der Teppichhai (Wobbegong), ein nachtaktiver Hai, der normalerweise während  des Tages unter irgendwelchen Überhängen oder Löchern schläft (Linkes Bild) Nicht so dieses Exemplar, das wirklich wie das Sinnbild für Entspanntheit auf der Hartkoralle gelegen ist und sich auch durch die Taucher absolut nicht aus der Ruhe bringen lies. Ein paar Mal hat er sich noch in Position geschüttelt, wahrscheinlich nur der Bequemlichkeit halber, aber abgesehen davon ist er in dieser fotogenen Position liegen geblieben. Auch Schildkröten sind uns dieses Mal sehr viele begegnet, wie dieses Exemplar: sie hat sich beim Fressen im Riff absolut nicht stören lassen und ist immer näher und näher gekommen, wirklich zum Angreifen nah … und diesmal konnte ich dann auch nicht wiederstehen und musste sie kurz an der vorderen Flosse stupsen. Aber der Hunger war stärker und sie hat mich gar nicht beachtet … nicht eines Blickes gewürdigt!

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Hier zwei besonders schöne Muster die wir gesehen haben: Links eine Koralle und rechts das Auge eine Krokodilfisches. Schon ein bizarres Muster mit all diesen Verästelungen.

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Stellvertretendend für die verschiedenen Schnecken hier eine sehr weit verbreitet Sternschnecke, aber in einer eher ungewöhnlichen Position – mal von unten. Die Strudelwürmer stehen immer ein wenig im Schatten der Nacktschnecken, doch dieses Mal nicht. Wir haben sehr viele schöne Würmer – viele auch wieder das erste Mal – wie diesen Pseudobiceros fulgor gesehen. Einen eleganten Strudelwurm haben wir beim Schwimmen geflimt, und sieht auch sehr elegant aus Smile

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Der Reigen der Seepferdchen hat sich in Raja Ampat vorgesetzt und wir hatten Gelegenheit –  und gute Guides – viele dieser kleinen und sehr gut versteckten Tierchen zu sehen. Neu für uns war diesmal die Gattung in rot mit den weißen Höckern. Ist angeblich ein bargebanti, nur in einer anderen Farbe – und sieht man nicht so häufig.

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Besonders haben es uns die Kaurimuscheln angetan. Sie sind 0,5 – 1 cm groß und sind auf den verschiedensten Hart- und Weichkorallen zu finden. Dieses Exemplar gefällt uns besonders gut und wurde während eines Nachttauchganges aufgenommen.

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Es gibt natürlich noch mehr Fotos in der Bildergalerie zu sehen. Wir haben das erste Mal auch bewegte Bilder versucht. So unzufrieden wir mit den Bilderergebnissen der Reservekamera (Canon S95) waren, so überrascht waren wir von der Videoqualität. Ein paar Snips lassen sich durchaus zeigen: