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imageNach 2 Wochen tauchen in den den schönsten Riffen in im klarem Wasser von Raja Ampat wurde uns “langweilig”.  Weil wir die Abwechslung lieben haben wir uns nach Lembeh aufgemacht, zum Tauchen der etwas anderen Art – Muck Diving oder auf deutsch Schlamm- oder Schmutztauchen.

Die Straße von Lembeh (Wasserstrasse) liegt eine Autostunde von Manado entfernt. zwischen der Hafenstadt Bitung und der vorgelagerten Insel Lembeh. In dieser stark befahrenen, mit viel Müll verseuchten Wasserstraße befindet sich seltsamerweise das weltweit wohl beste Tauchgebiet für „Muck Diving“. In Lembeh findet man außergewöhnliche und seltenen Meeresbewohnern, die in Anzahl, Vielfalt und Dichte Ihresgleichen suchen. Wenn man genug vom schwarzen Sand hat, gibt es zwar auch einige Tauchplätze mit Riffen – aber deswegen sind wir nicht hier her gekommen. Müll und Dreck muss es sein!

Gewohnt haben wir auf auf der Insel Lembeh selbst, im Lembeh Resort. Wir haben uns einen sehr schönen “Berg” Bungalow ausgesucht, mit guter Sicht über die Wasserstrasse …. und entsprechend vielen steilen Stufen – in der Mittagshitze nach den Morgentauchgängen oder auch am Abend nach ein paar Gläschen Wein war der Aufstieg manchmal gar nicht so einfach🙂

Die Aussicht von unserem Bungalow und der Aufstieg (nur die letzten Stufen ….):

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Alam Batu-8448Bei der Ankunft im Resort wurden wir von Hergen begrüßt – und wir konnten nur sagen: “Wir kennen einander doch🙂 schön dass wir uns wieder treffen!” Wir haben Kerri und Hergen vor zwei Jahren auf einem Trip durch Raja Ampat auf dem Tauchschiff Cheng Ho kennengelernt. Sie haben den Trip damals gemanagt, gut gemanagt – was aufgrund der widrigen Umstände gar nicht einfach war. Das Boot ist sehr, sehr, seeeehr langsam und wurde deshalb in Cheng Slow umgetauft, sogar die Schmetterlinge haben uns überholt wenn wir Gegenströmung hatten – auch die Wetterverhältnisse waren damals gelinde gesagt schwierig. Jetzt arbeiten die beiden seit gut einem Monat im Lembeh Resort und sollen dort den Tauchbetrieb auf Vordermann bringen. Daneben arbeiten sie noch an Ihrem eigenen Business rund um das Tauchen.

Und damit wären wir wieder beim Themen, weshalb wir nach Lembeh gekommen sind – abtauchen in schwarzen Sand, vermischt mit Nike © Turnschuhen, Plastiktaschen und anderem Hausrat in einer stark befahrenen Wasserstrasse mit einem großen Hafen in Bitung. Das alles klingt nicht gerade einladend, aber den seltsamen und seltenen Tiere die man hier findet, macht das offenbar nichts aus, im Gegenteil sie fühlen sich im Müll wohl. Muck Diving ist im Gegensatz zu Korallen Riffen und großen Tieren wie Mantas und Haien eine wahre Herausforderung. Man muss genau hinsehen und sein Blick trainieren damit man das Tier in all dem Gewusel von Grau, Pflanzen, Müll und Korallen zu finden und zu sehen, seht selbst:

Anglerfische in allen Variationen und Farben,angefangen vom kleinsten Exemplar mit gerade mal 1 cm. Größe bis zum haarigen Gesellen hier zum ersten Mal gesehen – der schon gut 20 cm groß war:

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Hier zum ersteh mal gesehen haben wir Rhinopias – ein Skorpionfisch dessen Schnauze dem eines Nashorns gleicht.

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Auch das erste mal gesehen haben wir einen Mototi Blauring Oktopus: die beiden blauen Ringe kommen erst zu Vorschein wenn er sich ärgert und aufregt. Übrigens eines der giftigen Tier überhaupt, man sollte tunlichst vermeiden in Kontakt mit seinen Armen zu kommen, bzw. von dem kleinen Kerl beißen zu lassen.

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Hier ein kleine kleine Sepia (Metasepia pfefferi) ca. 2cm lang und das wunderschöne Auge eines “großen” Kalmar ca.20cm.:

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Krabben, Krebse und Garnelen in allen Farben und Formen, in Lembeh das erste Mal gesehen. Boxerkrabbe (hat an beiden Armen zum Angriff und seiner Verteidigung Boxhandschuhe angezogen🙂 ),wunderbar bunter (CH farbiger) Tigershrimp

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Zebrakrabbe auf einem farbenprächtigen Feuer Seeigel. Die rosa Springkrabbe sehen wir immer wieder gerne

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2 Bilder mit ca. 1 cm großen Krebse auf Peitschenkorallen

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Zuletzt noch die Kategorie der ganz, ganz kleine Tierchen – Pygmäen Seepferden und Pygmäen Pipefisch; beim Pipefisch haben wir sehr, sehr lange “geschaut”, bis wir gesehen haben, was uns der Guide zeigen wollte. Und noch länger haben wir fotografiert – der Pipefisch war in nur 3m Tiefe, die Dünung der Wellen hat den Fotografen (aka. Remo) bewegt und natürlich auch das kleine Fischchen – 2 cm lang und nicht mal 1mm dick  – das kann dauern bis das ein einigermassen richtiges Foto gibt …. und die anderen aus der Tauchgruppe haben schon  auf dem Boot gewartet … ähmmmmmm

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Und hier mein Lieblingsfoto aus Lembeh – ein 5mm kleiner Gobi in einer Weichkoralle🙂 schon oft gesehen, aber noch nie so gut fotografiert …

Lembeh 09-1 Als wir in Lembeh unsere Kameraausrüstung ausgepackt haben und uns ein wenig umgesehen haben, was denn da sonst noch liegt, hat uns ein leichter Minderwertigkeitskomplex befallen. Riesige (teure) Ausrüstungen, Profikameras in riesigen Gehäusen … anscheinend Profis am Werk! Am Abend. als dann Fred Bavendam einer der Profis seine Fotos – zwar roh und unbearbeitet gezeigt hat – waren wir wieder einigermassen beruhigt, auch die Profis kochen nur mit (im) Wasser.

Mehr Fotos und interessante Fotogeschichten von den Profis Yogi und Stella Freund könnt Ihr hier finden. Yogi und Stella sind im Moment für den WWF im Korallendreieck (Indonesien, Philippinen, Malaysien) unterwegs (Blog hier). Fred Bavendam schreibt eine Reportage für das Unterwasser (deutsches Tauchmagazin) über die Resorts in Lembeh.

Wenn Ihr Lust auf mehr Fotos von uns habt … es gibt noch mehr in der Fotogalerie ….

Die Zeit in Lembeh ist rasch vergangen, wir haben nette Leute und Tauchpartner kennengelernt … und wir haben uns schon auf das “Heimkommen” ins Alam Batu, Bali gefreut ….